Die Häuser der Nordstadt stammen im Wesentlichen aus der Zeit zwischen 1895 und dem Zweiten Weltkrieg und stehen überwiegend in geschlossenem Blockrand. Die Stadt Dortmund schreibt, dass die Innenstadt-Nord als größtes zusammenhängendes Gründerzeitviertel in Nordrhein-Westfalen gilt. Gebaut wurde nach einem Bebauungsplan von 1898; die Kreisabschnitte am Borsigplatz entstanden laut Route der Industriekultur zwischen 1898 und 1929.
Zwischen 1999 und 2016 entstanden in der Nordstadt anteilig weniger neue Wohnungen als in jedem anderen Dortmunder Bezirk, so der Statistikatlas der Stadt. Größeren Neubau bringt erst das Karlsquartier auf der früheren Westfalenhütte, wo laut Stadt rund 800 Wohnungen geplant sind.
Einen Denkmalbereich gibt es in der Nordstadt nicht. Ein Gutachten zum Borsigplatzviertel hatte ihn empfohlen, umgesetzt wurde er laut Stadt Dortmund nicht; für das Brunnen- und das Nordmarktviertel prüft die Stadt Gestaltungs- und Erhaltungssatzungen. Ob ein einzelnes Haus in der Denkmalliste steht, klären wir vor dem Angebot, weil Veränderungen an einem Denkmal vor Baubeginn eine Erlaubnis nach § 9 DSchG NRW brauchen.
In diesen Häusern wohnen viele Menschen auf wenig Raum. Je Einwohner kam die Nordstadt Ende 2016 auf 29,5 m² Wohnfläche, im Unterbezirk Nordmarkt-Ost auf 26,8 m², während es in ganz Dortmund 39,4 m² waren. Weil in kleinen Wohnungen meist kein Ausweichraum bleibt, planen wir die Arbeiten so, dass die Gewerke ohne Leerlauf aufeinander folgen.
Leitungen, Kleber und Decken in alten Häusern
Bäder in Häusern dieser Zeit sind oft erst später eingebaut und danach mehrfach umgebaut worden. Unsere Installateure prüfen deshalb, aus welchem Material die Leitungen sind und wo sie an den Strang gehen. Bleileitungen mussten nach § 17 TrinkwV bis zum 12.01.2026 entfernt oder stillgelegt werden, und ab dem 12.01.2028 sinkt der Grenzwert für Blei im Trinkwasser auf 5 µg/l.
Unter jüngeren Fliesen kann ein Kleber liegen, der vor dem Asbestverbot vom 31.10.1993 verarbeitet wurde. In diesem Fall lassen wir eine Probe untersuchen, bevor jemand den Stemmhammer ansetzt. Die Decken in Häusern dieser Zeit lassen oft nur wenig Aufbauhöhe zu, was wir bei jeder bodengleichen Dusche zuerst nachmessen.