Wie Toilette und Bad in drei Lüner Zechensiedlungen früher eingerichtet waren, beschreibt die Route der Industriekultur in ihrer Themenroute zu den Arbeitersiedlungen, Ausgabe 2021.
An der Ziethenstraße ließ die Harpener Bergbau-Aktiengesellschaft im späten 19. Jahrhundert 52 gleich gestaltete Häuser für die Zeche Preußen bauen. Die Toiletten standen als Häuschen seitlich an den Stallgebäuden. Später hat die Landesentwicklungsgesellschaft die Siedlung umfassend saniert.
In Brambauer entstand ab 1900 die Alte Kolonie der Zeche Achenbach. Im Bergarbeiter-Wohnmuseum an der Rudolfstraße 10 ist der Zustand vor dem Krieg nachgestellt, mit Plumpsklo und Wasserpumpe. Die übrigen Häuser hat die Eigentümerin, heute Vivawest, an heutige Wohnstandards angepasst.
Die Victoria-Siedlung an der Barbarastraße wurde ab 1910 nach dem Vorbild der Gartenstadt gebaut. Zu ihr gehörte ein Wohlfahrtshaus mit eigener Badeabteilung, die bis in die 1970er-Jahre bestand.
Was wir in einem Siedlungshaus zuerst ansehen
Liegt das Bad in einem Raum, der erst später zum Bad wurde, prüfen wir beim ersten Termin zuerst den Weg des Abwassers. Die Leitung braucht 1–2 cm Gefälle je Meter bis zur Fallleitung oder zum Hausanschluss, und danach richtet sich, wo WC und Dusche stehen können.
Für eine bodengleiche Dusche kommt es außerdem auf die Höhe an, die der Boden hergibt. Ein flacher Punktablauf braucht nach Herstellerangaben 95–120 mm Aufbauhöhe, ein Wandablauf 70–100 mm. Reicht auch das nicht, setzen wir eine extraflache Duschfläche auf, deren Einstieg 25–35 mm hoch ist.
Wurde das Bad vor dem Asbestverbot vom 31.10.1993 zuletzt gefliest, kann im Kleber Asbest stecken. Dann lassen wir vor dem Abbruch eine Probe untersuchen. Das Baujahr und alles, was Sie über frühere Umbauten wissen, geben Sie uns nach § 5a GefStoffV schon vor Beginn weiter.